Setze dir eine Schale Zeit, die du zuverlässig schützen kannst: fünf Minuten nach dem Kaffee, vor dem Schlafengehen oder während eines Pendelmoments. In diese Schale passt eine Linie, ein Satz, ein farbiger Fleck, ein Rhythmusklatschen. Wichtig ist die Absicht: anfangen, nicht beeindrucken. Kleine, wiederkehrende Handlungen schaffen Identität, und Identität hält Kurs, wenn Motivation schwankt oder Termine drängen.
Mikroziele sind so klein, dass sie nicht schrecken: eine Seite lesen, drei Worte notieren, eine Aufnahme starten. Sammle sichtbare Belege in einem einfachen Behälter – Glas, Mappe, Notizapp. Jedes Beweisstück sagt: Ich bin erschienen. Diese sanfte Buchführung ersetzt Selbstkritik durch Fakten. Nach einigen Wochen wirkt der Stapel wie ein Spiegel, der Ausdauer, Neugier und Wandlung unübersehbar dokumentiert.
Begrenze jedes Herzensprojekt in Form, Dauer und Material: zwölf Abende, ein Skizzenblock, zwei Stifte, eine Melodie, ein Gewürz. Der Container macht Entscheidungen leicht und verhindert Aufschieberitis durch Überangebot. Ist der Rahmen erfüllt, wird bewusst beendet, gefeiert und reflektiert. Diese Abschlussmomente nähren Motivation und lassen Raum, das nächste Vorhaben mutiger, aber weiterhin freundlich und klein anzulegen.